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Die Kinder leben aus einer uns lange vergessenen Bilderwelt heraus: Unreflektiert - und noch nicht ganz in der Gegenwart, sondern von einer anderen Welt noch ungelöst. Ihre klare Reinheit des Guten und Moralischen gibt ihnen die leichte Kraft der Froheit. Sie hegen an uns keine Erwartungen, stellen sich aber mit stummer und glänzender Bitte uns gegenüber, ihnen Raum und Weg in Freiheit zu weisen. Hingabe sind ihre Hände, unbedingtes Vertrauen auf dem Weg in die Zeit. Mit wacher Konkretheit, nüchtern, stellen sie sich ins Leben.
Im Suse-König-Kindergarten finden die Kinder einen Raum vor, in dem sie geschützt und behütet ihre elementaren Erfahrungen machen können: Da stehen Körbe mit Birkenholzscheiben unterschiedlichster Größen, Baumwurzeln mit dickeren und dünneren Ästen, sowie Kastanien in Hülle und Fülle. Mit großen und kleinen Tüchern errichten die Kinder mit Hilfe von Spielständern, Bänken und Stühlen ihre Häuser und Höhlen, oder bauen Autos, Flugzeuge sowie Schiffe aller Art.

Mal dient ein durchsichtiges Tuch als Fensterscheibe, mal ein blaues - auf den Boden gelegt - als Fluss, auf dem dann eine rege Ruderfahrt beginnt. Zwischendurch ertönt aus der anderen Spielecke das laute Gebrüll eines hungrigen Löwen oder Tigers - meist ein wenig abseits von dem Häuschen, in dem die Puppenkinder gerade liebevoll schlafen gelegt werden.

An den Tischen können die Kinder auch mit dicken Wachsmalkreiden malen, mit farbigem Bienenwachs kneten, und auch die Webrahmen werden gern herbeigeholt.

An der Werkbank wird gehämmert, genagelt, geraspelt und gesägt und wenn es darum geht, das gemeinsame Frühstück vorzubereiten oder zu backen, so sind die Kinder nur zu gern tüchtige Helfer.

Hier sind die Erzieher, während sie ihrer Arbeit nachgehen wachsame Beobachter dessen, was in den verschiedenen Spielecken, Häusern und Höhlen geschieht, um das Spiel liebevoll zu begleiten und dafür zu sorgen, dass sich die Phantasie der verschiedenen Kinder aus den Kräften der Nachahmung entfalten kann.

Der Ablauf im Kindergarten ist geprägt von seiner rhythmischen Gestaltung und ihrer Wirksamkeit. Auf die Zeiten des freien Spiels, sowohl drinnen als auch draußen im Garten, wo die Kinder in der phantasieanregenden Spielumgebung ihren eigenen Impulsen gemäß die Stunden gestalten können, folgt stets ein Ablauf mit formgebender Gestaltung durch die Erzieher.

Hierbei werden für sie entweder kleine Verse und Lieder als Bewegungsspiele erlebbar - dem Geschehen des Jahreskreislaufes entsprechend , oder aber es ist die Bilderwelt der Märchen, die sowohl erzählt, als auch von den Kindern mit großer Freude und Hingabe gesungen und gespielt wird.

In  rhythmischer Wiederholung aller Vorgänge und Abläufe wird auch der Wochen- und Tagesablauf lebendig. So findet im Wochenplan an einem ganz bestimmten Tag z.B. Wasserfarbenmalen statt, wo die Kinder mit breitem Pinsel ihr großes Blatt mit Aquarellfarben gestalten dürfen. An einem anderen Tag wird dann gebacken oder es gliedert sich die Eurythmie in den Spielvormittag ein.

In jeder Hinsicht liegt dem rhythmischen Gestaltungsgeschehen ein für die Kinder kraftschöpfendes Element für ihre zukünftige Entwicklung zugrunde, weil es eine ordnende und beruhigende Funktion für ihre Sinneswelt übernimmt. Es bildet somit  einen Schutzraum für die Kinder, die – permanent entwicklungsstörenden Einflüssen ausgesetzt - heute nur unter erschwerten Bedingungen die Möglichkeit erhalten, eine gesunde und harmonische Verbindung zur elementaren Wirklichkeit herzustellen.

Den Kindern dabei zur Seite zu stehen und hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen ist Ziel des Suse-König-Kindergartens.
Holz-Klötze
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